Alles, was du über die Three Sisters in Canmore wissen musst
- hannahJnc

- 24. Apr.
- 4 Min. Lesezeit
Wenn man in Canmore ist, kann man die Three Sisters nicht übersehen. Sie sind eines der bekanntesten Wahrzeichen im Bow Valley, und egal ob du in die Town fährst, irgendwo in der Nähe wanderst oder sie nur zwischendurch in deinem Blickfeld auftauchen: irgendwie sind sie immer da.
Und ganz ehrlich: Egal wie oft ich sie schon gesehen habe, dieser Moment bleibt gleich, jedes Mal denke ich wieder: „Okay wow!"
Nach hunderten Begegnungen habe ich mich irgendwann gefragt: Was ist eigentlich ihre Geschichte? Wie sind sie entstanden? Und wer hat ihnen diesen Namen gegeben?
Also habe ich ein bisschen nachgeforscht uns so viele Infos gefunden, die man von gar nicht sieht.
Wo liegen die Three Sisters?
Die Three Sisters befinden sich direkt außerhalb von Canmore in Kananaskis Country, Alberta, mitten in den kanadischen Rocky Mountains, kurz vorm Banff National Park.
Sie bestehen aus drei markanten Gipfeln:
Big Sister (Faith): 2.936 m
Middle Sister (Charity): 2.769 m
Little Sister (Hope): 2.694 m

Von den meisten Aussichtspunkten in Canmore sieht man sie genau in dieser Reihenfolge von links nach rechts. Und auch wenn die Little Sister die kleinste ist, wirkt sie je nach Licht und Perspektive manchmal sogar am schärfsten oder dominantesten.
Warum heißen sie eigentlich „Three Sisters“?
Die Geschichte hinter dem Namen ist überraschend vielseitig.
1883 wurden die drei Gipfel von frühen europäischen Siedlern zunächst „Three Nuns“ (drei Nonnen) genannt. Angeblich hatten Schneestürme die Berge so eingehüllt, dass sie wie Figuren mit weißen Schleiern aussahen.
Nur wenige Jahre später, 1886, benannte der Geologe George Dawson die Gipfel im Rahmen seiner Vermessungen um zu den „Three Sisters“.
Der neue Name behielt die Idee von drei verbundenen Figuren bei, löste sich aber von der religiösen Darstellung der Nonnen.
Neben „Three Sisters“ sind die Gipfel heute auch als Faith, Charity und Hope bekannt.
Diese Namen stehen für die drei theologischen Tugenden, waren aber nie der offizielle Ursprung des Namens.
Heute findest du diese Namen zwar selten offiziell auf Karten, aber sie leben in Geschichten, Tourismus und lokaler Nutzung weiter. Und irgendwie passen sie auch einfach gut, wenn man vor den Bergen steht.
Lange bevor sie diesen Namen hatten...
...gab es einen anderen Namen, denn lange bevor es Karten, Tourismus oder Aussichtspunkte gab, hatten diese Berge bereits eine Bedeutung.
In der Sprache der Stoney Nakoda (Îyârhe Nakoda), der kanadischen Ureinwohner, sind sie als Čũgudn gičiyabi ča ya mnĩ bekannt. Dieser Name trägt die Bedeutung „drei Schwestern“ in ihren Geschichten und ihrer kulturellen Überlieferungen.
Eine Geschichte erzählt von einer Trickster-Figur, die drei Schwestern zur Heirat versprach.
Wie bei vielen traditionellen Erzählungen geht es dabei weniger um den wörtlichen Verlauf, sondern um tiefere Bedeutungen: Beziehungen, Verantwortung und die Konsequenzen von Entscheidungen.
Wie bei vielen indigenen Geschichten gibt es verschiedene Versionen, und nicht alles wird außerhalb der Gemeinschaft geteilt.
Aber wichtig ist vor allem: Diese Berge sind Teil einer viel älteren kulturellen Landschaft, geprägt von Geschichten und Verbindungen, die lange vor der europäischen Besiedlung existierten.
Die Entstehung der einzigartigen Formation

Was ich persönlich am faszinierendsten finde: Wie alt diese Berge eigentlich sind.
Das Gestein der Three Sisters ist etwa 100 bis 200 Millionen Jahre alt.
Damals war diese Region noch von einem flachen Binnenmeer bedeckt. Schwer vorstellbar, aber dort, wo heute Berge stehen, war früher Wasser.
Später haben gewaltige tektonische Kräfte die Gesteinsschichten nach oben gedrückt und die Rocky Mountains geformt. Während der letzten Eiszeit haben Gletscher die Gipfel weiter geformt, bis zu den scharfen Graten und steilen Flanken, die wir heute sehen.
Im Grunde besteht das, was du heute siehst, aus:
den Überresten eines uralten Ozeans
sich verschiebenden Kontinenten (bzw. kollidierender Platten)
und tausenden Jahren Eis und Erosion
Als würden sie über Canmore wachen
Man hat fast das Gefühl, die Three Sisters wachen über Canmore.
Die Stadt selbst hat sich stark verändert: während sie früher eine Bergbaustadt, die geprägt von Kohleabbau und harter Arbeit war, ist sie heute ein beliebter Hotspot für Outdoor-Liebhaber. Wenn du mit Locals sprichst, erzählen viele, dass hier vor 15 Jahren noch ganz andere Vibes herrschten, und kaum jemand wirklich hinziehen wollte.
Aber egal wie sehr sich die Stadt und unsere Welt verändert hat: die Three Sisters stehen einfach da.
Und genau das finde ich irgendwie beruhigend.
Kann man die Three Sisters hochwandern?
Ja, aber das ist definitiv nichts für Anfänger.
Die Three Sisters sind zwar von unten ein beliebtes Fotomotiv, aber die Besteigung ist eine ganz andere Geschichte. Es gibt keine klassischen oder offiziellen Wanderwege bis ganz nach oben. Stattdessen geht es um:
Scrambling (Kraxeln)
Orientierung im Gelände
teilweise technisches Klettern
Big Sister (Faith)
höchste und schwierigste Besteigung
technisches Klettern nötig
nur für sehr erfahrene Alpinisten
Middle Sister (Charity)
anspruchsvolle Scramble-Tour
steiles Gelände, loses Geröll
gute Orientierung notwendig
Little Sister (Hope)
am „zugänglichsten“
trotzdem moderat bis schwer
beliebt bei erfahrenen Wanderern
Viele sagen ehrlich: Von unten anschauen ist oft das schönere Erlebnis. Wenn du trotzdem hoch willst: nicht alleine gehen, gut vorbereiten und aktuelle Bedingungen checken.
📍 Die besten Views auf die Three Sisters
Du musst nicht auf die Gipfel, um die Atmosphäre der Three Sisters einzusaugen, denn oft sind die schönsten Perspektiven direkt in oder um Canmore:

Policeman’s Creek Boardwalk (mein Favorit)
super easy erreichbar
Spiegelungen im Wasser
ruhig, besonders morgens oder abends
Quarry Lake Park
leicht erhöhte Perspektive
klassisches Postkartenmotiv
perfekt für Sonnenuntergang
(aber: Parken kostet)
Three Sisters Parkway
näher dran an den Bergen
ruhigere Spots entlang der Straße
weniger touristisch
Quellen:
Parks Canada, Banff National Park: Official information on the Bow Valley region, geology, and surrounding landscapes (https://parks.canada.ca/pn-np/ab/banff)
Travel Alberta: Canmore & Kananaskis Region: Tourism overview of Canmore, the Rockies, and nearby natural attractions (https://www.travelalberta.com)
Canmore Kananaskis Tourism (Official Destination Site): Local insights, travel information, and regional highlights for Canmore and Kananaskis (https://www.explorecanmore.ca)
Natural Resources Canada: Geological context of the Canadian Rockies and mountain formation processes (https://natural-resources.canada.ca)



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